Es blubbt

Carla Stampfli

From „no way“ to „hell, yes!“

Was mit dem richtigen Mindset alles möglich ist: Ein Rückblick auf die Sommer-Schweizermeisterschaft von letzter Woche an meinem Arbeitsplatz, die Sportarena im CAMPUS SURSEE.

Selbstzweifel plagten mich in den Tagen vor der SM. Diese rührten daher, dass ich an der Regionalmeisterschaft Anfang Juli zwar sehr gut geschwommen und zum Zeitpunkt enthusiastisch gegenüber der SM eingestellt war. Ich aber im Nachgang des Wettkampfs merkte, dass ich mich nicht wie gewollt erholen konnte (obwohl das Training auf ein Miniminiminimum reduziert). Physisch fühlte ich mich leer, dementsprechend mentally unfit. In solchen Situationen zeigt sich, dass die Erholungsfähigkeit nicht mehr die einer 20-jährigen Schwimmerin ist.

Die SM stand kurz bevor, meine Unsicherheit wurde grösser. Gleichzeitig bekam ich jobbedingt hautnah mit, wie sich die Sportarena in eine Wettkampfstätte verwandelte. Zu meinem Glück! Denn auf einmal wurde ich in die Schwimmbubble hineingezogen. Das altbekannte Kribbeln, das vor Wettkämpfen aufkommt, wenn ich ready to race bin, machte sich einen Tag vor SM-Start breit. Wollte ich das Ruder herumreissen, musste ich diesen Moment nutzen. Es galt: Sich von der negativen Einstellung zu trennen und den Fokus zu finden. Ein Mindset-Wechsel benötigt aber Zeit. Also verzichtete ich am ersten Wettkampftag auf einen Einsatz – kill your darlings, wie man im Journalismus so schön sagt.

Statt über 100m Rücken anzutreten, saugte ich die Atmosphäre auf, schwatzte mit Schwimmgspänli & Coaches, nahm mir fürs Einschwimmen Zeit. Ich genoss es, vom Wasser umgeben zu sein, visualisierte meine anstehenden Rennen und erfreute mich an der Tatsache, dass ich mit 39 Jahren noch in der Lage bin, an einer Elite-SM zu starten. Allmählich merkte ich, wie positive Vibes aufkamen und mir den nötigen Motivationschub verliehen. Mein Mindset war wie ausgewechselt. Statt Selbstzweifel verspürte ich ein starkes Selbstbewusstsein. Ich wusste – jetzt ist alles möglich! Was am 2. und 4. Wettkampftag kam, hätte ich mir nie träumen lassen: 
-> 30.19 über 50m Rücken (0,26s over PB, 2008)
-> 1:03.22 über 100m Delfin (1,15s over PB, 2004)

Dass es dabei für den 4. bzw. 3. Rang in der Schweizerwertung reichte, macht mich umso glücklicher (24 Jahre nach meiner ersten Bronze an einer Elite-SM).

Der Körper baut zwar im Laufe der Jahre ab, wenn es aber ums Mindset geht, dann sind Alter und Erfahrung definitiv von Vorteil.

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1 Comment

  1. Complimenti! I had to translate the post, so hope to have understood well. You highlighted the power of the mental approach that is what can make a big difference in some edge situations. wish best of luck Carla!

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