«Mira»-Geschäftsführer Carlos Ferreira will im ehemaligen Möbelhaus «in!baden» einen Gastrobetrieb über drei Stockwerke eröffnen. «So etwas fehlt in der Stadt», sagt er.

Über vier Monaten ist es her, dass das Möbelgeschäft «in!baden» seine Türen an der Bahnhofstrasse in Baden für immer schloss. Gross ist die Neugier, was auf das Möbelhaus folgt – ein weiteres Reisebüro? Eine weitere Kleider-Kette? Nichts von alledem: Carlos Ferreira (38), Geschäftsführer der Tapas-Bar Mira an der Stadtturmstrasse, will in den ehemaligen Räumen von «in!baden» einen dreistöckigen Gastronomiebetrieb eröffnen. Das Baugesuch liegt ab Samstag öffentlich auf.

«Baden ist eine tolle, innovative Stadt», sagt der diplomierte Hotelier-Restaurateur. Doch habe sich in den letzten Jahren nicht viel Überraschendes ereignet, sie sei wie stehengebleiben. «Der Gastronomiebetrieb soll dazu beitragen, dass Baden neuen Schwung erfährt und neue Leute anlockt. Auch solche, die nicht aus der Region stammen.» Ferreira ist überzeugt, dass sein Gastrokonzept keine Konkurrenz für etablierte Restaurants in der Nähe wie etwa das «Hirschli» oder das «Isebähnli» darstellt. Im Gegenteil: «Die ganze Gastrobranche kann profitieren, wenn sich in Baden etwas tut.» Aber auch andere Betriebe, beispielsweise das Kino Sterk, das unmittelbar neben dem ehemaligen Möbelhaus liegt.

Folgendes sieht Ferreira in den insgesamt 450 Quadratmeter grossen Räumen vor: Im Erdgeschoss ist eine Café&Bar mir rund 70 Sitzplätzen geplant, in der kleine Speisen wie Salate, Eingeklemmte und hausgemachte Kuchen serviert werden. Dabei wird das Augenmerk auf dem Kaffee und seinen verschiedenen Aromen liegen. «Schon oft habe ich gehört, dass in der Stadt ein cooles Café fehlt», sagt er. Mit der Café&Bar soll dies nun ändern – und die Kaffeekultur in Baden belebt werden. Abends stehe das Bar-Leben im Zentrum und Cocktail-Klassiker würden serviert. «Das Ambiente wird Vintage-modern sein und ein gewisses Etwas haben. Es soll ein Ort werden, der zum Verweilen einlädt und an dem sich Gäste wohlfühlen.» Die Café&bar soll sieben Tage die Woche offen sein.

Angebote für alle erschwinglich

Im Untergeschoss sowie im ersten Stock plant Ferreira zwei voneinander unabhängige Restaurants mit 40 beziehungsweise 50 Sitzplätzen. Welche Speisen in den Restaurants serviert werden, verrät der «Mira»-Geschäftsführer noch nicht. Nur so viel: Es wird sich um Erlebnisgastronomie mit zwei offenen Küchen handeln. «Die Gäste sollen sehen, riechen und hören können, wie ihr Essen zubereitet wird.» Das rege die Sinne an und schaffe Vertrauen. «Die Restaurants werden Etwas anbieten, das es so in Baden noch nicht gibt.» Doch werden sich die neuen Angebote auch Ottonormalbürger leisten können? «Ja», sagt Ferreira und fügt an: «Es wird kein gehobener Gastrobetrieb werden, sondern für alle erschwinglich sein.» Auch sei nicht nur eine bestimmte Zielgruppe willkommen, sondern jedermann. Wie der Gastrobetrieb heissen wird, gibt er allerdings noch nicht preis.

Ferreira ist glücklich, hat er den Zuschlag und das Vertrauen des Eigentümers erhalten, war das Interesse an den ehemaligen Räumen von «in!baden» doch sehr gross. «Der einzige Nachteil ist, dass es keine Terrasse gibt», sagt er. Aus diesem Grund hat er ein zweites Baugesuch für den Aussenbereich eingereicht. Geplant ist eine Sitzlounge vor dem Eingang und Restauranttische entlang der beiden Gebäudeseiten. Der Unternehmer ist sich bewusst, dass nicht alle Anwohner mit seinen Plänen einverstanden sein könnten und Lärm befürchten. «Weil mir eine offene Kommunikation wichtig ist, wurden die Nachbarn bereits in Kenntnis gesetzt», sagt er. Und er könne den Nachbarn versichern, dass es nicht lärmiger werde als jetzt schon. Am kommenden Montagabend wird er sie zudem über weitere Details informieren.

«Mira» wird nicht verkauft

Ziel von Ferreira ist es, mindestens einen Teil des Gastrobetriebs auf die Badenfahrt zu eröffnen. Wie viel er und seine Mira Gastro GmbH in das neue Projekt an der Bahnhofstrasse investieren, gibt er nicht bekannt. Er versichert aber gleichzeitig, dass das «Mira» nicht verkauft wird. Er ist guten Mutes, dass der neue Gastrobetrieb mit 13 Vollzeitangestellten im Herzen von Baden positiv aufgenommen wird. «Ein solches Gastrokonzept fehlt in Baden», sagt Carlos Ferreira.

Artikel erschienen am 13. Mai in der «Schweiz am Wochenende»

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