Am Dreikönigstag wurde anlässlich des Winterzaubers beim Brennerschopf das letzte Mal Glühwein und Punsch ausgeschenkt, photo taken by az/Sandra ArdizzoneAm Freitagabend ging die besinnliche und weihnächtliche Zeit in der Badener Innenstadt zu Ende: Während die Fondue-Hütte auf dem Bahnhofplatz fast überrannt wurde, harzte das Weihnachtsgeschäft.

Kaum ist der erste Schnee gefallen, verabschiedet sich der Badener «Winterzauber». Von Mitte November bis Freitagabend wehte durch die Innenstadt eine sinnliche und weihnächtliche Atmosphäre: Zum einen gab es ein permanentes Winterdorf auf dem unteren Bahnhofplatz mit Fondue-Hütte, Brennerschopf und Feuerstelle. Zum anderen standen zahlreiche Aktivitäten in der Innenstadt an.

Die Organisatoren, zu denen die Stadt, der Handels- und Gewerbeverein Citycom Baden sowie die Spezialitätenbrennerei Humbel aus Stetten gehören, ziehen insgesamt ein positives Fazit. So zählt Citycom-Präsident Robert Sailer das «Liechterwecke» auf dem Schlossbergplatz, an dem Kinder mit ihren Glöcklein das Lichtkunstwerk wachklingelten, zu den Höhepunkten des «Winterzaubers»: «Der traditionelle Anlass war sehr gut besucht.»

Kerzenziehen für guten Zweck

Nicht minder beliebt waren der Samichlauseinzug von Jungwacht Blauring Baden und Cordulazunft sowie das Kerzenziehen beim Winterdorf. «Es kamen zahlreiche Schulklassen vorbei. An einem Morgen waren sogar über 80 Kinder anwesend», sagt der Präsident des Vereins Kerzenziehen Baden, Beni Leutenegger. Doch nicht nur Kinder würden es schätzen, Schnüre im warmen Wachs zu tauchen. «Jung und Alt kamen vorbei, hatten Spass, genossen die Adventsstimmung und den Geruch von Bienenwachs.» Oftmals hätten die begleitenden Eltern bereits als Kinder auf dem Bahnhofplatz Kerzen gezogen und würden den Weg um den Baum zum Abkühlen kennen. Während die Bevölkerung in den letzten Jahren jeweils drei Wochen Kerzen ziehen konnte, waren es diesmal zwei. «Obwohl die Nachfrage da ist, fehlt es an ehrenamtlichen Helfern», sagt Leutenegger. Dennoch sei man mit dem Umsatz von 30 000 bis 40 000 Franken, der vollumgänglich Menschen mit Behinderung in der Region Baden-Wettingen zugutekommt, sehr zufrieden.

Umsätze liegen unter Vorjahr

Unter den Erwartungen lagen hingegen die beiden Sonntagsverkäufe. «Generell ist es so, dass die Umsätze der Weihnachtsverkäufe unter dem Vorjahr liegen», sagt Citycom-Präsident Sailer. Zu den Gründen zählt er etwa, dass die Menschen lieber in die Ferien fahren, als Geld für Geschenke auszugeben. Ungeachtet dessen zieht er eine positive Bilanz des «Winterzaubers».

Nicole Lüthy schliesst sich Sailers Aussage an: «Wir hatten es sehr friedlich», sagt die Mitarbeiterin der Spezialitätenbrennerei Humbel, die im Auftrag der Citycom das Winterdorf auf dem unteren Bahnhofplatz realisiert hat. Auch bei der Feuerstelle und beim Unterstand des Sozialwerks Hope sei es zu keinen nennenswerten Problemen gekommen. «Zur friedlichen Stimmung trug der Feuermeister bei, der jeden Abend anwesend war.» Zudem habe Lüthy den Eindruck, dass die Randständigen untereinander schauen, damit keine Konflikte entstehen. «Sie schätzen das Ambiente zu sehr.»

Was die Fondue-Hütte betrifft, kann die Betriebsleiterin erfreuliche Zahlen aufweisen. Mit 4500 Anmeldungen wurden mehr Platz-Reservationen verzeichnet als im Vorjahr. «Weil wir oftmals ausgebucht waren, mussten wir viele Absagen erteilen», sagt Nicole Lüthy. Im Gegenzug hätten viele die Chance genutzt und bereits für den nächsten «Winterzauber» reserviert.

Auf die Frage, ob der Anlass denn auch ab November dieses Jahres wieder organisiert wird, sagt Robert Sailer ohne Wenn und Aber: «Klar! Der ‹Winterzauber› ist eine Erfolgstory!»

Artikel erschienen am 6. Januar 2017 im Badener Tagblatt

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