Das Publikum im ausverkauften Velodrome in Grenchen feuerte die Radfahrer im Holzoval kräftig an - auch mithilfe roter Klatschstangen, photo taken by Swiss Olympian Rolf Järmann.Bericht. Ob Stefan Küngs Goldmedaille in der Einzelverfolgung oder Anastassija Woinowas Weltrekord im 500-Meter-Zeitfahren: Der diesjährige Event der Swiss Olympians bot anlässlich der Bahn-Europameisterschaft in Grenchen einen Höhepunkt nach dem anderen.

Mit Klatschstangen, Kuhglocken und einer laustarken Stimme sorgten 45 Schweizer Olympioniken gemeinsam mit ihren Begleitern dafür, dass sich das ausverkaufte Velodrome in einen wahren Hexenkessel verwandelte. So auch kurz nach 16 Uhr, als Stefan Küng auf seine schwarze BMC-Rennmaschine stieg, die vier Kilometer auf dem Holzoval in neuer Schweizerrekordzeit absolvierte und dabei seinen Konkurrenten Domenic Weinstein um über zwei Sekunden distanzierte.

Holzoval ist schweizerrekord- und weltrekordtauglich

«Am Ende wurde es doch hart», sagte der 21-jährige Thurgauer im Siegerinterview gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF. «Aber das Publikum hat mich gepusht und ich hab bis zum Schluss alles gegeben. Die Goldmedaille ist einfach fantastisch», so Küng weiter.

Für die aus dem ganzen Land angereisten Swiss Olympians blieb es nicht das einzige Feuerwerk: Dass die 250 Meter lange Bahn aus sibirischer Fichte nicht nur schweizerrekord- sondern auch weltrekordtauglich ist, bewies Anastassija Woinowa. Die Russin unterbot im 500-Meter-Zeitfahren die Bestmarke aus dem Jahr 2013 um 42 Tausendstelsekunden und verwies Sprintweltmeisterin Elis Ligtlee aus den Niederlanden auf den zweiten Rang.

«Am Ende wurde es doch hart. Aber das Publikum hat mich gepusht und ich hab bis zum Schluss alles gegeben. Die Goldmedaille ist einfach fantastisch.»

Stefan Küng im Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF.

Nach den Finalläufen bot auch das Apéro Riche im Restaurant des Velodromes ein Leckerbissen: Neben Hörnli, Suppe und Sandwich-Häppchen interviewte der vierfache Bahn-Weltmeister und Swiss Olympian Franco Marvulli seinen ehemaligen Trainer Daniel Gisiger.

Das Duo diskutierte etwa über das Projekt Rad-Bahnvierer Rio 2016, die Leistungen des Schweizer Teams an der EM und das im Vergleich zu anderen internationalen Verbänden beschränkte Budget von Swiss Cycling. Mit Blick in die Zukunft sagte Marvulli: «Dani, ergänze den Satz: ‚Ich wünsche mir von meinen Fahrern, dass..’» Gisiger überlegte kurz und fügte dann an: «Sie sich stets von ihrer besten Seite zeigen und alles geben.»

Das Schweizer Team holte insgesamt vier Medaillen

Dass dieser Wunsch bereits Mitte Oktober an der Bahn-EM in Grenchen erhört wurde, zeigte die Ausbeute des Schweizer Teams: Gold in der Einzelverfolgung (Stefan Küng), Silber im Bahnvierer (Küng, Silvan Dillier, Frank Pasche und Théry Schir), Silber im Scratch (Tristan Marguet) sowie Bronze im Punktefahren (Claudio Imhof).

Im Anschluss an das Gespräch zwischen Franco Marvulli und Daniel Gisiger tauschten auch die Swiss Olympians untereinander Erinnerungen und Neuigkeiten aus – und stiessen auf einen unvergleichlichen Abend an.

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