Kommentar. DieEinige Schweizer Produkte im Einkaufskörbli würden der Wirtschaft guttun, photo taken by ces Schweizer Wirtschaft ist im ersten Halbjahr um null Prozent gewachsen. Die Experten sind überrascht – sie hatten mit Schlimmerem gerechnet.

Stillstand. So lautet das Fazit ein halbes Jahr nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Die Schweizer Wirtschaft hat also weder Sprünge nach vorne gemacht, noch wurde sie zurückgeworfen. In anderen Worten: Das Bruttoinlandprodukt ist in den ersten sechs Monaten um null Prozent gewachsen. Die kürzlich publizierten Zahlen des Staatssekretariates für Wirtschaft (SECO) haben Ökonomen überrascht. Kaum einer hatte je erwartet, dass die Schweiz von einer Rezession – wenn das BIP in zwei Quartalen in Folge sinkt – verschont bleibt.

Angesichts des starken Frankens hatten die Experten einen Rückgang der Wirtschaftsleistung prognostiziert. Auch Unternehmer schlugen immer wieder Alarm: Von Stellenabbau, Arbeitszeitverlängerung oder Verlagerungen ins Ausland war die Rede.

Grosse Unternehmen überleben unversehrt

Jetzt die Nachricht, dass die Frankenstärke kaum Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. Heisst das, wir können getrost aufatmen?

Nein. Denn heutzutage überlebt, wer Geld und Mitarbeiter verfügt. Sprich, die grossen Unternehmen. Coop und Migros werden am Jahresende ein Umsatzplus erwirtschaften ebenso die Swisscom und die SBB.

Die Verlierer sind die kleinen und mittleren Unternehmen, die über 70 Prozent der Schweizer Wirtschaftskraft darstellen. Der starke Franken wird sich auf die Jahresbilanzen der KMUs negativ auswirken, einige Firmen werden bis dahin vielleicht gar nicht mehr existieren oder werden von Konzernen geschluckt, aufgekauft.

Es gilt, dies zu verhindern. Nicht nur auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, sondern auch auf Ebene der Konsumenten: Einige einheimische Produkte mehr im Einkaufskörbli würden guttun, um Schweizer Firmen zu entlasten – vom Preis- und Konkurrenzdruck aus dem Ausland.

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