SP-Ständerat Roberto Zanetti unterstützt den FC Gerlafingen mit seinen Kontakten. Obwohl er zu wenig von Fussball versteht, ist er an den Wochenenden oftmals am Feld vorzufinden.

Eigentlich, sagt Roberto Zanetti, besitze er zwei linke Knie und verstehe nicht viel von Fussball. Trotzdem hat der SP-Ständerat zum ledernen Ball schon immer einen guten Draht. Der 58-Jährige ist nicht nur seit fünf Jahren Vizepräsident des Zweitligisten FC Gerlafingen, sondern kennt auch viele der Mitglieder aus früheren Zeiten. «Als Bub spielte ich hauptsächlich auf dem Schulhof Fussball. Die meisten meiner Kollegen waren jedoch beim FC. Ich aber hatte absolut kein Talent», sagt Zanetti lachend.

Verein leistet Integrationsarbeit

Obwohl er selbst nie in den Dorfklub eintrat, behielt der Gerlafinger stets Kontakt. «Als Gemeindepräsident hatte ich auch viel mit den Vereinen zu tun. Mir fiel schon damals auf, dass der FC viel Wert auf die Juniorenförderung legte. Der Verein leistet eine hervorragende Integrationsarbeit», erklärt Zanetti. Das sei vor allem in einer Gemeinde wie Gerlafingen, die einen Ausländeranteil von rund 40 Prozent aufweist, besonders wichtig.

Als 2007 der Vizepräsident altershalber zurückgetreten war, meldete sich FCG-Präsident Christoph Ryser. «Zu dieser Zeit hielt ich kein politisches Amt mehr inne. Zugesagt habe ich aber hauptsächlich, um die Juniorenarbeit der Vorstandsmitglieder und der Trainer zu würdigen.» An der ersten Vorstandssitzung gab er zu Protokoll, dass er das Präsidium nie übernehmen würde, weil er einfach zu wenig von Fussball verstehe.

Nicht der klassische Funktionär

Zanetti hilft dem Klub bei der Sponsorensuche, pflegt die Kontakte mit der Gemeinde, vertritt bei Bedarf den Präsidenten an der Delegiertenversammlung des Kantonalen Fussballverbands und versucht, bei Vereinsanlässen präsent zu sein so oft es geht. «Wenn ich etwas beitragen kann, dann mache ich das gerne. Ich bin aber nicht der klassische Funktionär. Denn dafür muss man die Leute im Verband kennen und wissen, wie was abläuft. Da steckt jede Menge Arbeit dahinter. Ich bin fussballtechnisch zu wenig im Bilde», erklärt der 58-Jährige.

«Als Bub spielte ich hauptsächlich auf dem Schulhof Fussball. Die meisten meiner Kollegen waren jedoch beim FC. Ich aber hatte absolut kein Talent.»

Roberto Zanetti, SP-Ständerat

Obwohl ihm zwischen der einen und der anderen Kommissionssitzung nicht viel Zeit übrig bleibt und er nicht an jeder Vorstandssitzung teilnehmen kann, kommt es durchaus vor, dass Zanetti am Wochenende auf dem Fussballplatz zu finden ist. «Im Anschluss geniesse ich in der Stammbeiz ein Bier und spreche mit den Leuten. Manchmal muss ich auch nachfragen, was sich genau auf dem Feld abgespielt hat» gibt er schmunzelnd zu.

2015 feiert der FC Gerlafingen das 100-Jahr-Jubiläum. Gemeinsam mit Präsident Ryser plant er bereits für den Anlass: Den beiden Vorstandsmitgliedern schwebt die Durchführung eines VIP-Matches vor. Gut möglich, dass der Ständerat für dieses einmalige Ereignis noch einmal die Nockenschuhe schnürt, die Schienbeinschoner montiert, das gelb-schwarze Vereinstrikot überzieht und auf dem Rasen in Aktion zu sehen ist.

Artikel erschienen am 3. Juli 2013 in der Solothurner Zeitung

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